LEXIKON PRESSERECHT


Intimsphäre


Die rechtliche Grundlage für den Schutz der Intimsphäre liefern die Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes. Diese beiden Artikel begründen das allgemeine Persönlichkeitsrecht. Darüber hinaus ist die Intimsphäre durch den § 823 Abs. 1 BGB geschützt. Wird dieser Bereich beispielsweise durch eine Veröffentlichung in den Medien verletzt, kann der Betroffene dagegen vor Gericht auf Unterlassung klagen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sogar Ansprüche auf Schadensersatz geltend gemacht werden. Während das Sexualleben den Kernbereich der Intimsphäre darstellt, zählen darüber hinaus noch weitere Punkte zu diesem Bereich. So kann in den Medien etwa über die Scheidung eines bekannten Politikers berichtet werden, da es sich um eine Person des öffentlichen Lebens handelt. Die Scheidung fällt in die weniger streng geschützte Privatsphäre. Welche Gründe es für die Scheidung gab, darf hingegen nicht verbreitet werden, da diese zur Intimsphäre gehören, deren Schutz absolut ist. Ausnahmen von diesem Schutz sind nur dann möglich, wenn ein Betroffener einem Bericht über bestimmte Sachverhalte aus seiner Intimsphäre zugestimmt hat oder auf den Schutz dieses Bereichs ausdrücklich verzichtet.


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