INTEGRATIONSMINISTERKONFERENZ


Bei der "Konferenz der für Integration zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder", der Integrationsministerkonferenz (IntMK), handelt es sich um die jüngste aller Fachministerkonferenzen. In einem zusammenwachsenden Europa und einem Deutschland, das auf Zuwanderung angewiesen ist, kommt der Integration eine immer bedeutendere Rolle zu. Die Integrationsministerkonferenz wurde nach dem ersten bundesweiten Integrationsgipfel im Jahr 2007 einberufen und hat die Aufgabe, die Integrationspolitik mit konkreten Zusagen und Ausarbeitungen weiterzuentwickeln und die Spannbreite der integrationspolitischen Aktivitäten der einzelnen Länder zu verbessern. Der Vorsitz der Integrationsministerkonferenz wechselt jeweils zum 1. Oktober des Jahres in alphabetischer Reihenfolge der Bundesländer.

Im "Nationalen Integrationsplan" brachten sich die Länder gemeinsam in die Integrationspolitik ein. Er fasst die Grundsätze der Integrationspolitik zusammen, weist auf die Spannbreite der integrationspolitischen Aktivitäten der Länder hin und enthält konkrete Zusagen zur Weiterentwicklung der Integrationspolitik. Nach Überzeugung der Länder ist Integration kein einseitiger Prozess der Anpassung, sondern setzt die Bereitschaft zum ehrlichen Dialog auf Seiten der Zuwanderer und der aufnehmenden Gesellschaft voraus. Integration setzt eine Kultur des gegenseitigen Respekts voraus, dabei gilt der Grundsatz des Förderns und Forderns. Zugewanderte und ihre Familien setzen ihre Fähigkeiten und Potenziale zur Teilhabe ein und nehmen Integrationsangebote an. Sie erhalten Solidarität und Unterstützung der Aufnahmegesellschaft, wenn sie sich nicht aus eigener Kraft ausreichend helfen können.

Im "Fortschrittsbericht zum Nationalen Integrationsplan" hat die Integrationsministerkonferenz unter anderem sogenannte Handlungsfelder definiert. Handlungsfeld 1 trägt die Bezeichnung "Integration vor Ort". Für das Gelingen der Integration sei die Bewältigung der Probleme sozialräumlicher Konzentration zugewanderter Menschen entscheidend. Die Länder wollen darauf hinwirken, dass Fördermöglichkeiten in die Stadtentwicklung einfließen.

Handlungsfeld 2 betrifft "Integration durch Bildung". Hier kommt die IntMK zu dem Schluss, dass ein Migrationshintergrund noch in allen Stufen des Bildungssystems zu Benachteiligungen führt; ausländische Schülerinnen und Schüler seltener auf dem Gymnasium zu finden sind; ausländische Jugendliche doppelt so häufig wie deutsche eine allgemeinbildende Schule verlassen und Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz deutlich benachteiligt sind.

Handlungsfeld 3 betrifft die "Integration in das Erwerbsleben". Hier heben die Länder hervor, dass sie sich ihrer Rolle als Arbeitgeber bewusst sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf hinwirken wollen, den Anteil von Personen mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung von Eignung, Befähigung und Leistung zu erhöhen.

Handlungsfeld 4 betrifft "Integrationskurse". Die Länder haben sich verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Zuständigkeiten zur Steigerung des Erfolgs der Integrationskurse beizutragen.

Handlungsfeld 5 betrifft "Frauen und Mädchen". Oftmals sind es gerade Frauen, die für den Erfolg der Integration der nächsten Generation maßgeblich sind. Sie übernehmen Verantwortung in Erziehung, Gesellschaft und Beruf. Ihre Potenziale sollen besser genutzt und gefördert werden. Dabei bedeutet Gleichberechtigung auch Chancengleichheit von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund.

Weitere Handlungsfelder der Integrationsministerkonferenz, die aufgrund ihrer Bezeichnung weitestgehend selbsterklärend sind:

  • Handlungsfeld 6: "Gesundheit".
  • Handlungsfeld 7: "Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte".
  • Handlungsfeld 8: "Integration durch bürgerschaftliches Engagement und gleichberechtigte Teilhabe"
  • Handlungsfeld 9: "Integration durch Sport"
  • Handlungsfeld 10: "Integrationsmonitoring"
  • Handlungsfeld 11: "Interkulturelle Öffnung und Toleranzförderung"

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