EUROPÄISCHE ZENTRALBANK


Geschichte


Obgleich die Geschichte der Europäischen Union bereits 1952 mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) beginnt, stand eine gemeinsame Währung erst 1970 ernsthaft zur Debatte. Der Premierminister Luxemburgs, Pierre Werner, legte einer Expertenkommission Pläne für eine 1980 beginnende Währungsunion vor. Die Pläne des Politikers scheiterten aber, nicht zuletzt auch wegen des Zusammenbruchs des Bretton-Woods-Systems. Der Weg zu einer gemeinsamen Währung war dennoch beschritten und so einigten sich die Mitgliedsstaaten 1972 zumindest auf den Europäischen Wechselkursverbund. Dieser wurde 1979 vom Europäischen Währungssystem abgelöst, der die Wegbereitung für eine Währungsunion zum Ziel hatte.

1989 wurden die Pläne schließlich konkreter. Der französische Kommissionspräsident Jacques Delors legte einen Entwurf vor, der die Grundlage für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) bildete. Am 1. Januar 1994 wurde das Europäische Währungsinstitut ins Leben gerufen. Mit Aufgaben wie die verstärkte Zusammenarbeit mit den nationalen Zentralbanken, die Koordinierung der Geldpolitik und die Schaffung einer einheitlichen Währung waren die Ziele hochgesteckt. Ende 1995 wurde schließlich die Einführung der gemeinsamen Währung, Euro genannt, für 1999 bestätigt. Am 1. Mai 1998 wurden die elf Länder, die die Kriterien für die Währungsunion erfüllt hatten, vom Ministerrat bekannt gegeben: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien.

Am 1. Juni 1998 wurde die Europäische Zentralbank als Nachfolgeinstitution des Europäischen Währungsinstituts gegründet. Die EZB übernahm in der Folge die Durchführung der gemeinsamen Geldpolitik und die Einführung des Euros, der schließlich am 1. Januar 2002 die bis dahin existierenden Währungen als Zahlungsmittel ablöste.


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