EUROPÄISCHE KOMMISSION


Geschichte


Wie andere Organe der Europäischen Union hat auch die Europäische Kommission ihren Ursprung in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Bei der "Hohen Behörde" sollte es sich um eine von den einzelnen Regierungen völlig unabhängige Kompetenzstelle handeln. Die Idee von einer supranationalen Behörde wurde aber nur bedingt umgesetzt, der Verlust von Souveränitätsrechten war den beteiligten Regierungen damals noch zu hoch.

Mit der Zusammenlegung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG oder EURATOM) wurden auch die einzelnen Kommissionen vereinigt. Die "Hohe Behörde" musste dabei einige Rechte aufgeben, weshalb sie erst gegen eine Vereinigung stimmte. Letztlich kam es aber doch zu einer Zusammenlegung zur "Kommission der Europäischen Gemeinschaften", der es allerdings bis in die 80er Jahre an weitreichenden Kompetenzen fehlte. Eine Änderung brachte schließlich die Einheitliche Europäische Akte von 1986, welche die Zuständigkeiten der Kommission erweiterte.

Mit 1. November 1993 wurde im Vertrag von Maastricht die heutige Europäische Kommission ernannt. Bis 2004 bestand die Europäische Kommission aus 20 Mitgliedern, wobei die großen Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien je zwei Kommissare stellen konnten. Danach wurde die Anzahl der Kommissionsmitglieder auf eine Person pro Mitgliedsland beschränkt.

Mit 1. Dezember 2009 trat der Vertrag von Lissabon in Kraft. Dieser sah vor, dass ab 2014 die Kommission aus einer Anzahl von Mitgliedern bestehen sollte, die zwei Dritteln der Zahl der Mitgliedsstaaten entspricht. Aufgrund großer Kritik, vor allem einiger kleiner Länder, bemächtigten sich die Staats- und Regierungschefs allerdings einer Ausstiegsklausel. Diese besagt, dass der Europäische Rat eine Änderung der Kommissionsmitglieder beschließen kann.


Zurück zu Europäische Kommission.