BUNDESTAG


Geschichte


Dass es in Deutschland ein Parlament gibt, hat sich erst ganz allmählich so herausgebildet. Süddeutschland war hier Vorreiter und stellte die ersten Parlamente zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es keinerlei systematische Bestrebungen, Parlamente zu errichten und eine Demokratie aufzubauen.

Zuerst wurde das Wahlrecht für Männer eingeführt, danach folgte das gewählte demokratische Parlament. Dies geschah im Rahmen der Frankfurter Nationalversammlung. Hier wurde die Paulskirchenverfassung aufgestellt, die eine konstitutionelle Monarchie vorsah. Der Reichstag, der in Staatenhaus und Volkshaus geteilt war, sollte das Parlament stellen. Der Fürst leistete jedoch Widerstand, daher kam die Paulskirchenverfassung nicht zum Tragen. Ihr Grundrechtskatalog wurde jedoch weiterverwendet, und zwar für die Weimarer Verfassung und für den Entwurf des Grundgesetzes.

Bis 1871 gab es kein gesamtdeutsches Parlament. In diesem Jahr wurde zwar der Reichstag gewählt, dieser konnte jedoch auf die Regierungsbildung keinen Einfluss nehmen.

1919 wurde die Weimarer Nationalversammlung einberufen. Hier wurde die Weimarer Verfassung ausgearbeitet. Die Nationalversammlung übernahm nun die Funktion als Parlament. 1920 wurde der Reichstag neu gewählt. Das Verhältniswahlrecht ersetzte das Mehrheitswahlrecht und das Frauenstimmrecht wurde eingeführt: Beides geschah im Jahr 1919.

Bis 1933 reichte die demokratische Phase des gewählten Reichstags. Nun verlor er seine Aufgabe und war weder gesetzgebend noch kontrollierend tätig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es ebenfalls kein Parlament. Der Parlamentarische Rat nahm erst 1948 in Bonn seine Tätigkeit auf. Er sollte ein vorläufiges Grundgesetz für Westdeutschland schaffen. Dieses wurde am 23. Mai 1949 verkündet und trat am folgenden Tag in Kraft. Am 7. Oktober des gleichen Jahres wurde die Deutsche Demokratische Republik gegründet.

1999 zog der Deutsche Bundestag von Bonn in das Reichstagsgebäude in Berlin um.


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