BUNDESMINISTERIUM DER FINANZEN


Entwicklung


Im Jahr 1919 wurde eine einheitliche Reichsfinanzverwaltung ins Leben gerufen. Davor wurden die Steuern durch die Staaten des Deutschen Reiches geregelt. Diese Reichsfinanzverwaltung war in drei Stufen gegliedert. Die oberste Leitung oblag dem Reichsfinanzministerium, welches aus dem Reichsschatzamt hervorgegangen war. Dann folgten die Landesfinanzämter und die Finanzämter sowie Hauptzollämter.

Das wohl wichtigste Ereignis in der Geschichte der Finanzen war die Finanz- und Steuerreform in den Jahren 1919 und 1920. Die Finanzverfassung wurde völlig umgebaut, ebenso das Steuersystem. Von nun an lagen die Gesetzgebungs- und die sogenannte Ertragskompetenz für wichtige Steuern in den Händen des Reiches. Es wurden Besitz- und Verkehrssteuern eingeführt, weitere Zölle und Verbrauchssteuern erhoben. Gleichzeitig erfolgte der Aufbau einer neuen Reichsfinanzverwaltung. Es wurden neue Reichssteuergesetze erlassen, damit wurde das Steuerrecht vereinheitlicht. Die Steuern wurden stark erhöht, wovon das Reich jedoch nichts hatte. Denn in den Jahren 1922 und 1923 kam es zu einer starken Inflation.

Im Dritten Reich galt die Finanzpolitik in erster Linie der Belebung der Wirtschaft, dann der Aufrüstung. 1934 gab es eine erneute Steuerreform, ab 1939 diente die Finanzpolitik der Kriegsführung. 1945 endete die einheitliche Reichsfinanzverwaltung.

Mit dem Grundgesetz von 1949 wurden die Hoheitsrechte die Finanzen betreffend zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Nun gab es getrennte Finanzverwaltungen der Länder und des Bundes. Im Vordergrund standen die Beseitigung der Folgen des Krieges, die strenge Haushaltspolitik und die Sicherung des Geldwertes. Die Steuern wurden konsequent gesenkt.

Bis 1961 trug das Bundesschatzministerium die Bezeichnung "Bundesministerium für den wirtschaftlichen Besitz des Bundes". Seine Auflösung folgte 1969, das Bundesfinanzministerium erhielt teilweise die Aufgaben.

Im Mai 1971 erfolgte die Zusammenlegung des Bundesministeriums für Finanzen und des Bundeswirtschaftsministeriums, der Titel lautete fortan "Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen". Unter Helmut Schmidt wurden beide wieder getrennt. In dem Zuge erhielt das Bundesministerium der Finanzen die Zuständigkeiten für das Währungs-, Kredit- und Geldwesen sowie für die Versicherungs-, Börsen- und Bankpolitik.

1998 löste sich das Bundesministerium für Post und Telekommunikation auf, das Bundesministerium der Finanzen übernahm einen Anteil der Zuständigkeiten. Nun bezogen sich die Aufgaben auch auf die Beteiligungs- und Privatisierungspolitik sowie die Beteiligungsverwaltung für Telekom, Postbank, Bundesdruckerei und Post.


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